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Naturspaziergang am Hiltig: von der "Knochenstampfi" bis zum Eschenbacher Grand Canyon

Nur schon der Weg vom Bahnhof zum Hiltig war ein Feuerwerk mit Informationen an historischen Ereignissen.

Edi Unternäherer nahm die rund 35 Interessierten mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Mit grossem Interesse lauschten die Anwesenden den Ausführungen von Edi zum Bau der Seetallinie (Eröffnung 1883), dem Bau der Schützenmatt, der Gründung der zwei Schützenvereinen in den Jahren 1841 und 1898 und vom Karrenweg, der nach Ballwil führte, weil auf dem damaligen Klosterland bis zum Hiltigbach keine Strasse gebaut werden durfte.

Die frühere Abfalldeponie von Eschenbach befand sich rechts, kurz vor der Brücke über den Hiltigbach Richtung Eien. Als die Senke mit Unrat, Spänen und sonstigem der damaligen Schindelifabrik aufgefüllt war – noch in den 10er Jahren konnte hier ein abgefracktes Auto bestaunt werden – entstand die nächste Deponie im Moos. Markus Koller wies uns auf den Bach-Nelkenwurz hin, die heute entlang der Strasse wachsen, wo früher die Deponie stand und im Volksmund unter Kapuzinerli besser bekannt ist.

Im Tobel vom Hiltigbach baute Fridolin Schnarwiler Senior anfangs 1900 eine Hütte, die sogenannte «Knochenstampfi». Mit dem ausgehobenen Weiher mit rund 3000 Kubik Wasser, einem Wassergefälle von 6 m und mit Hilfe einer 6 PS starken Turbine wurden die Knochen gestampft und zu Dünger, Seife und Glitzerin verarbeitet. Mit der Turbine wurde 1907 erstmals Strom produziert und eine Strassenlaterne im Hiltig in Betrieb genommen. Ab 1922 wurde der Strom für die Käserei Wald genutzt. Man darf hier ruhig von einer grossartigen Pionierleistung sprechen.

Der anschliessende Spaziergang führte uns weiter nördlich entlang dem Hiltig. Markus Koller berichtete von nistenden Gebirgsstelzen und Wasseramseln und zeigte den Anwesenden auch die Larven der Köcherfliege, die auf dem Speiseplan dieser Wasserstandort liebenden Vögel stehen.

Ein Highlight war sicherlich auch die Groppe, ein urtümlich aussehender Süsswasserfisch mit grossem kaulquappigen Kopf, die Markus tags zuvor für die interessierte Schar mit dem Kescher einfing. Die Groppe bevorzugt kühle Gewässer und stellt hohe Ansprüche an die Wasserqualität.

Ein herzlicher Dank gilt den beiden sonntäglichen Referenten!

Felix Föhn

Sonntag, 26.04.26

Start

9:00 
Ende
11:30