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Jungvögel sind geschlüpft!

Beringung Schleiereulen am 29. August 2025

Rund 25 interessierte Naturfreunde mit einem Dutzend Kinder machten sich entlang dem Waldibach auf zur Feldscheune Mettlenmoos. Markus Koller und Christof Pürro gaben Einblick in die Beringung von sechs jungen Schleiereulen.

Mit Geschick und Wagemut wurden mittels einer langen Leiter die Jungeulen beim Eindunkeln aus ihrem Unterschlupf vorsichtig heruntergeholt. Der Altvogel war bereits zuvor in die Dämmerung entwichen. Anhand eines Präparates erklärte Markus die Eigenschaften einer Schleiereule.

Wussten sie, dass die Ohreingänge der Schleiereulen diagonal am Schädel angebracht sind? So können sie die Mäuse lokalisieren – sie hören eigentlich dreidimensional. Oder, dass eine Schleiereulenbrut mit 6 Jungvögeln während der Aufzucht zwischen 2500 bis 3000 Mäuse vertilgen? Dies dürfte das Herzen vieler Bauern höherschlagen lassen. Mit grossem Interesse verfolgten Gross und Klein das Wägen und Messen der ca. 40 Tage alten Jungeulen.

Der leichteste wurde mit ca. 200 Gramm gemessen, die grösste Jungeule brachte stattliche 300 Gramm auf die Waage. Junge Schleiereulen ähneln anfänglich einem weissen Wollknäuel und entwickeln erst langsam ihr imposantes Federkleid. Nach ca. sechs bis acht Wochen werden sie bereits flügge.

Alle Jungtiere wurden anschliessend mit Ringen der Vogelwarte Sempach versehen. So kann später anhand der Ringe der Herkunftsort bestimmt werden. Entgegen dem vergangenen Jahr gibt es im 2025 im Seetal wenig Bruten von Schleiereulen. So wie die Bauern jeweils über die Mäuseplagen berichten, sollte es eigentlich nicht an der fehlenden Nahrung liegen. Die Natur hat ihre eigenen Gesetze, wir können nur beobachten und staunen.

In Erinnerung an diesen Abend bleiben nicht nur die grossen Augen der jungen Schleiereulen, sondern auch die grossen staunenden Kinderaugen.

Felix Föhn

Freitag, 29.08.25